kong qi bu hao (sprich: kung tschi bu chau) = Die Luft ist nicht gut

Fast könnte man meinen, dass mein blog unnötig sei – so viel wird inzwischen, oder eben besonders jetzt über China in den Medien berichtet, siehe z.B. www.spiegel-online.de! Trotzdem,…..ich glaube, ein Erlebnisbericht ist zwar auf der einen Seite sehr subjektiv, spiegelt dennoch manches Mal mehr Authentizität wider – zumal ich z.B. keine Filter vor meiner Kamera nutze und auch keine Bildbearbeitung.

Außerdem schreibt Ihr immer wieder mal zurück, dass Ihr es genießt, etwas Neues zu erfahren, und zwar so, wie Stephan und ich es erleben. Schön zu hören….und mir macht es im Nachhinein ebenfalls Freude zu lesen, was wir alles erlebt haben.

Thema Nr. 1…..die Luft! Ja, sie war zuletzt wirklich nicht gut, und wenn es so ausgedrückt wird (wie in der Überschrift) , dann ist da etwas Wahres dran. Chinesen sprechen sonst kein negatives Wort offen aus. Somit gibt es auch kein Wort für „schlecht“, aber viele, die nicht gute, nicht sehr gute oder eben mittelmäßige Zustände ausdrücken. Mein liebstes Wort/Ausdruck war von Anfang an „Ma Ma Hu Hu“, was so viel bedeutet, wie „so lala“, und das ist schon eine recht deutliche Aussage für einen Chinesen, der Kritik äußert.

Also, die Luftwerte waren nun fast 3 Wochen lang echt schlecht; als vor 2 Wochen die Werte bis über 700 kletterten, dachten wir, Stephans Anzeige sei kaputt, da wir hatten angenommen, mehr als 500 ginge gar nicht.  Nach Protesten im Internet, verhängte die Regierung dann auch tatsächlich Warnungen und empfahl der eigenen Bevölkerung den Aufenthalt draußen einzuschränken.  Sehen konnte man das natürlich auch….es hing ein Schleier vor der Sonne, es war dunstig, neblig, wie depressives Novemberwetter in Deutschland, nur, dass dieser Nebel auch noch ungesund ist;  wie sehr, weiß niemand, aber die Mikropartikel sollen tief in die Lunge eindringen können – werden also nicht abgehustet. – Wenn man einmal hier ist und sich dem Zustand auch nicht entziehen kann, hilft aber auch kein Jammern…..kein Sich-sorgen. Die einzige Maßnahme, die Stephan und ich ergreifen ist, dass wir kein Sport treiben, wenn die Werte über 400 liegen……dann merke ich z.B. auch eine Einschränkung beim Atmen und das Herz schlägt auch kräftiger. Ich merke, wie der Körper reagiert, um die sich der Schadstoffe zu erwehren.  Trotzdem haben wir versucht nicht zu viel darüber nachzudenken.

Andere Kollegen oder auch Chinesen tragen Mundschutz in den unterschiedlichsten Varianten, der aber auch von vielen Chinesen zum Schutz der Gesichtshaut getragen wird, damit der kalte Wind die Äderchen nicht rötet oder gar platzen lässt. Also eher Schöhnheitswahn…..naja, aber in diesen Tagen soll der Schutz bewirken, dass eben die zuvor genannten Mikropartikel nicht in die Atemorgane gelangen. Auch gibt es Filteranlagen oder Luftbefeuchter für die Innenräume. Die Schule will nun auch die eigenen Systeme prüfen und schauen, ob weiterer Schutz möglich ist.

Nein, ich will nichts beschönigen, aber wir haben einfach immer auf eine Verbesserung der Wetterlage gehofft, die ungewöhnlich war. Der Smog konnte nicht abziehen, weil recht warme Luftmassen den Weg blockierten, und da Peking von 3 Seiten von Bergen umgeben ist, war der Talkessel „gedeckelt“. Aber nicht nur Peking, sondern der gesamt Norden war davon betroffen; die Nordwinde aus Sibirien fehlten. Sobald hier Wind aufkommt, sinken die hohen Werte beim Zusehen innerhalb von 15min – erstaunlich!

Und seit gestern (Freitag, 1.2.2013) haben wir wieder blauen Himmel und ganz niedrige Werte, Sonne und ertragen auch gern wieder niedrige Temperaturen von -10, aber mittags wärmt die Sonne schon wieder sehr, sodass auch Pluswerte (+1) möglich sind.

Noch mehr Bilder zur Smoglage gibt es seit heute (Samstag, 2.2.) auf Spiegel-online:  Die Fotos zeigen auch unseren Wohnkomplex (4. Foto; weiß gestreifte Wohntürme), aber hier wurde z.T. sicher mit Filtern gearbeitet oder Bilder wurden nachträglich bearbeitet;  Schade ! …trotzdem spiegeln sie wider, wie es hier im Smog aussieht und es ist klar, dass sich niemand dem Schmutz gern aussetzt.

Unterdessen freuen wir uns auf die chinesischen Neujahrsferien, in welchen es uns wieder auf die Philippinen verschlagen wird. Kommenden Samstag geht´s los – 1 Woche Seele baumeln lassen. Dort lassen wir uns auch von der salzigen Luft verwöhnen und kurieren unsere Lungen.

Zwischendurch war ich auch wieder dienstlich unterwegs – in Singapur, dem wohl saubersten Staat in (Südost-) Asien…..wir  können also immer wieder durchatmen, damit Ich Euch und wir uns auch nicht allzu sehr  um uns sorgen müssen. 🙂

Bis bald aus Beijing !

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